Die Deutschen haben von altersher gefunden, daß in fremde Länder zu reisen der sicherste Weg sei, um zu sich selbst zu kommen. Manche sind in den Ländern geblieben, in die sie fuhren; sie sind darum nicht weniger Deutsche geblieben. Die meisten aber kamen zurück und diejenigen von ihnen, die draußen etwas aufgenommen haben – wissend oder unwissend – lebten das Deutsche, das in ihnen war, oft ergiebiger zu Ende als jene anderen, die den Schattenkreis ihres Kirchturmes nie verließen. Von denen, die auf Reisen gehen, nur um fortzugehen oder um den Planeten zu durchstreifen, sind jene zu unterscheiden, die in bestimmte Länder reisen und bestimmte Städte aufsuchen im Bewußtsein, daß ein Verweilen gerade dort für sie von eigentümlicher Bedeutung sei: sie suchen nicht nur die Ferne und das Fremde; was sie treibt, ist nicht der Reiz des Unerfahrenen; sie folgen nicht einem "Trieb", sondern es zieht sie nach diesen Städten, weil sie sich von dem Wandel auf ihren Straßen und Plätzen den Zuwachs von Kräften erhoffen, die ihnen helfen sollen, sich in einem endgültigen Sinn "einzubürgern".