Sie saß noch auf der Regierungsbank, als ihr intimer Feind, Gheorghiu-Dej, am 2. Juni von der Nationalversammlung zum Ministerpräsidenten gewählt wurde. In der Woche vorher war in einer Nachtsitzung des Zentralkomitees der Partei ihr politisches Todesurteil gefällt worden: Linienabweichung und Verletzung der Disziplin, infolgedessen Verlust der Ämter im Politbüro und im Parteisekretariat. In den folgenden Tagen verschärften sich die Angriffe. Die Kennzeichnung als "gegenrevolutionärer Klassenfeind" durch den rumänischen Gewerkschaftsverband glich schon einer Achterklärung. Als der neue mongolische Botschafter in Bukarest sein Beglaubigungsschreiben überreichte, fehlte denn auch der Außenminister Anna Pauker. Und wenn die Wiener Nachricht stimmt, so ist sie jetzt nach der Sowjetunion abgereist – wie drei Jahre vorher Georg Dimitroff –