Jede Zukunftsplanung in den europäischen Kulturländern muß stärker als bisher auf das Wasser abgestellt werden. Die anwachsende Bevölkerung verlangt zu ihrer Unterhaltung und Ernährung eine zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft und eine Weiterentwicklung der gewerblichen Wirtschaft. Lebensnotwendige Voraussetzung für diese Entwicklung ist aber die Belieferung mit so großen Wassermengen, daß die im natürlichen Wasserkreislauf der Natur dargebotene Wassermenge diesen Bedarf ohne menschliche Verbesserungen schon in naher Zukunft nicht mehr wird decken können. Dies ist um so mehr zu erwarten, als auf der einen Seite die wachsende Hygiene im Haushalt der Menschen den Wasserverbrauch steigern wird und auf der anderen Seite die durch die zunehmende Bevölkerungsdichte erzwungenen menschlichen Eingriffe durch Trockenlegung von Mooren, Ausbau der Flüsse, Rodung von wasserspeichernden Wäldern usw. zu einem übermäßig schnellen Ablauf der Niederschläge geführt haben. Es ist dem Menschen nicht möglich, die Größe der Niederschläge zu beeinflussen, eingreifen kann er aber in die Ablaufvorgänge der Wassermengen. Es wird zur Abwendung katastrophaler Schwierigkeiten in der Zukunft alles darauf ankommen, die Niederschläge möglichst lange festzuhalten, um sie für die obengenannten Zwecke nutzbar zu machen. Es muß daher die natürliche Speicherung in den Wäldern und im Untergrund mit allen technischen und organisatorisch möglichen Mitteln gefördert werden, und wo diese Maßnahmen nicht ausreichen, muß auf die Speicherung in Talsperren übergegangen werden.