Als vor kurzem der Friedensvertrag zwischen Indien und Japan in Tokio unterzeichnet wurde, schenkte die Presse der westlichen Welt diesem Ereignis kaum Beachtung. Um so stärker aber ist die Wirkung, die der Tokio-Vertrag auf die asiatischen Völker ausübt. Stellt er doch eine sichere und feste Grundlage für die Freundschaft zwischen zwei der größten und bedeutendsten Staaten Asiens her!

Es ist sicherlich keine Phrase, wenn beide Vertragschließenden feierlich erklären, daß "der Friede und die Freundschaft zwischen beiden Ländern ewig währen soll". Tatsächlich hat ja auch seit jeher Friede zwischen den Völkern Indiens und Japans bestanden bis zu jenem Tage, an dem Indien gegen den Widerstand seiner jetzt herrschenden Kongreßpartei als Mitglied des britischen Commonwealth zur Kriegserklärung gegen Japan gezwungen wurde. Die freundschaftlichen Beziehungen werden nun dort, wo sie abgebrochen worden waren, wiederaufgenommen. Denn in dem Friedensvertrag erklärt sich Indien bereit, das gesamte japanische Eigentum zurückzugeben und die Rechte und Interessen Japans oder seiner Staatsangehörigen wiederherzustellen. Zugleich verzichtet Indien auf alle Ansprüche, die aus Maßnahmen hergeleitet werden könnten, die Japan während des Krieges ergriffen hat. Das gleiche gilt auch für solche Ansprüche, die sich aus der Tatsache ergeben könnten, daß Indien an der Besetzung Japans teilgenommen hat. Beide Staaten gewähren sich gegenseitig die Meistbegünstigung bei der Festsetzung von Zöllen und beim Aufbau des Luftverkehrs. Schließlich sagt eine gemeinsame Erklärung, daß beide Völker sich für die Sicherung des internationalen Friedens in Übereinstimmung mit den in der Charta der Vereinten Nationen festgelegten Grundsätzen einsetzen wollen.