Der Zwang, nicht allein unsere gesamte Einfuhren durch Ausfuhrleistungen zu bezahlen, sondern darüber hinaus noch einen Auslandsschuldendienst in Devisen zu finanzieren, fordert eine eingehende Prüfung aller Ausfuhrmöglichkeiten. Hierbei dürfte die Auslands-Marktforschung eine um so wichtigere Rolle spielen, als unsere Kenntnis der Außenhandelsmöglichkeiten noch immer lückenhaft ist.

Es ist zweifellos ein Verdienst der privatwirtschaftlichen Auslandsmarktforschung, durch sorgfältige Analysen wertvolle Erkenntnisse gesammelt zu haben, die unserem Außenhandel zugute kommen, und die vor Fehlentscheidungen und Verlusten schützen können. Nun hat die private Auslandsmarktforschung eine natürliche Grenze in der rein privatwirtschaftlichen Beurteilung ihrer Rentabilitätsaussichten. Die Wirtschaft wird lediglich in dem Umfange als Auftraggeber für Auslands-Marktforschungsaufträge in Betracht kommen, als sie sich aus dieser Arbeit einen Gewinn für sich selber verspricht. Hierdurch werden Kostengrenze und Richtung fixiert. Man kann also nicht behaupten, daß unter solchen Gesichtspunkten auch die letzten Ausfuhrmöglichkeiten erforscht werden. Hier setzt die Notwendigkeit der staatlichen Auslandsmarktforschung ein. Man kann sich mit gutem Erfolg der bewährten privaten Marktforschungsinstitute bedienen. Aber es wäre auch denkbar, die Arbeit in staatliche Regie zu nehmen.