An Deutschland zu leiden und es doch nicht entbehren zu können, ist von jeher das Los unserer großen Geister gewesen. Stets war ihnen das Wesen unseres Volkes – ihres eigenen Volkes also – zugleich Quelle des Leids und ihrer Schöpferkraft. Wo sie den Genius zu fassen glaubten, daß er sie segne, da hielten sie den Dämon, der ihnen Unruhe und Selbstzweifel spendete, und wenn das Böse gebannt werden sollte, brach plötzlich das Edle hervor. Es gehört zu unserer Art, rastlos über das beunruhigende Geheimnis Deutschlands nachzudenken, seine Leistungen zu bewundern und ihrer doch nicht froh zu werden. Man braucht nicht einmal ein großer Mann zu sein, um das eigentümlich Großartige und doch Glücklose zu empfinden, das unserem Land eigen ist. Man liebt es wie eine Mutter und flieht vor ihm, wenn es seine unharmonischen Züge zeigt. Es läßt uns zwischen Stolz und Furcht schwanken, Zufriedenheit spendet es keinem, der nachdenkt. Niemand hat Glück mit Deutschland.