Jakob Stab: Die Teufelsschule. Aus dem Vermächtnis eines Arztes (Verlag Josef Knecht, Frankfurt am Main, 334 S., Leinen 11,50 DM).

Margarete Windthorst: Das lebendige Herz. (G. Grote’sche Verlagsbuchhandlung, Hamm/Westfalen, 423 S., Leinen 10,– DM.)

Eine Zeitlang wurde in Romanen mit Vorliebe der "Gottsucher" dargestellt. Das war ein Mensch, der nicht zufrieden war, bis er einen für ihn passenden Gott gefunden hatte und der infolgedessen nie einen fand, weil ihm kein Gottesgedanke, der schon gedacht worden ist, für seine Ansprüche genügte. Der Arzt, dessen Vermächtnis den Inhalt von Jakob Stabs Teufelsschule ausmacht, ist kein Gottsucher in diesem Sinne. Ihn nimmt das Mysterium des Todes gefangen, das er entdecken möchte. Der Tod ist für ihn, den Mann der strengen Wissenschaft, die einzige Macht, die er mit seinem Denken nicht fassen kann. Um so rätselhafter erscheint ihm der Glaube christlicher Sterbender an die Auferstehung der Toten, der allen Naturgesetzen widerspricht. Darum fühlt er sich im Widerspruch zur Lehre seiner Kirche. Doch die Unerkennbarkeit des Todes bewahrt ihn davor, sich den Gegnern des Christentums zuzugesellen. So bleibt er offen für das Gespräch mit denen, die aus dem Glauben leben. "Wenn Ihr Gott nicht finden könnt", sagt ihm der Prälat, "so kann Er doch Euch finden, Doktor, und ich vertraue, Er wird es auch."