Die Vorgänge auf Koje: Späte Lehre für alliierte Kriegsgerichte

Unter dem Schutz von Panzern mit Tränengas und Bajonetten haben die kampferprobten Truppen der Vereinten Nationen die Gefangenen, die sie auf den Schlachtfeldern Koreas gemacht hatten, nun auch im Lager noch einmal besiegt. Verloren aber ging eine Schlacht um das moralische Prestige der Vereinten Nationen.

Bis zum Juli 1951 war es auf Koje ruhig. Die Gefangenen waren zufrieden, denn sowohl Verpflegung wie Behandlung waren besser, als sie es gewohnt waren. Dann aber gelang es einer fanatischen, gut gelenkten Minderheit von Kommunisten unter der Führung des nordkoreanischen Obersten Lee Hak Koo, erst im Lagerbezirk 76 und dann fast in dem gesamten, 80 000 Gefangene zählenden Lager das Kommando an sich zu reißen und ein nahezu unumschränktes Terrorregime zu errichten.