Vier Jahre sind seit der Währungsumstellung verflossen, zwei Jahre seit dem Ausbruch des Korea-Konflikts, dessen Folgen, wie es vorübergehend schien, fast alles wieder in Frage stellten, was inzwischen auf dem Gebiete der Konsolidierung erreicht worden war – erreicht auch, und nicht zuletzt, durch die nunmehr "auslaufende" ERP-Hilfe. Wie sich jetzt aber rückblickend feststellen läßt, haben die politischen und wirtschaftlichen Bemühungen der letzten zwölf oder fünfzehn Monate die Länder der westlichen Welt zum mindesten aus der ökonomischen Gefahrenzone herausgeführt. Das wurde erreicht mit denselben, nun endlich wieder allgemein als gültig und wirksam anerkannten marktwirtschaftlichen Methoden, die bei uns zunächst vielfach als "rückständig" und "hoffnungslos veraltet" getadelt worden waren, und deren Anwendung sowohl Professor Erhard wie Präsident Vocke den Vorwurf einbrachte, entweder "ultraliberal" oder "ultrakonservativ" zu sein – jedenfalls aber reaktionär, unmodern und unschöpferisch. Wie sehr sich mittlerweile, die allgemeine Ansicht "draußen" gewandelt hat, wird in recht eindrucksvoller Weise durch die als Treuhänderin für die EZU zu neuer Bedeutung gelangte "Bank für Internationalen Zahlungsausgleich" (BIZ) in Basel belegt, aus deren Jahresbericht wir im folgenden einen Auszug veröffentlichen. Der Durchbruch zu einer kreditpolitischen Linie, die unseren "ways and means" in etwa entspricht, ist zeitlich genau zu fixieren: das geschah im März 1951, als Mr. Eccles als "governor" des Federal Reserve Board gestürzt wurde – und wie ein neuer Winkelried fiel: der entscheidende Sieg über das Schatzamt war nun erfochten, und vom Zentralbanksystem wurde künftig nicht mehr verlangt, daß es (im Sinne einer falsch verstandenen open market policy) jeden Betrag an Regierungsbonds aufnehmen müßte, der auf dem Geldmarkt nicht unterzubringen war ... Mit dieser Entscheidung wurde der schwelende Brand der Inflation in den USA ausgetreten; sie war für den weiteren Gang der Dinge wahrscheinlich viel bedeutungsvoller, als die etwa gleichzeitig erfolgte Verlangsamung des Rüstungstempos, die "Phasenverschiebung" für das Aufrüstungsprogramm. Von da an, also vom März 1951, datiert jene weltweite Flaute, die sich auch bei uns, auf dem Konsumgütergebiet, recht bemerkbar gemacht hat, mit den seit April und Mai wieder stärker ansteigenden Umsätzen nun aber: endlich abzuklingen scheint.