Alt" und "jung" sind in dieser Stadt sehr relative Begriffe. Daß man auf eine tausendjährige Geschichte zurückblicken kann, in der die als frommes Stift gegründete Siedlung zum Marktflecken und zur Reichsstadt wuchs, kann hier ganz außer Betracht bleiben. Und zwar nicht nur in dem Sinne, daß man gewohnt ist, von der modernen "Industrie" erst seit der Einführung der Dampfmaschine zu sprechen. Es ist vielmehr so, daß in dem frühen gewerblichen Leben Essens nicht einmal die Wurzeln ihrer modernen Wirtschaft zu suchen sind. Die wenigen Ausnahmen bestätigen nur diese Regel. So die Webereien im Ruhrtal: Gebrüder Colsman in Kupferdreh und die Werdener Feintuchwerke A.G. oder auch die einzige Papierfabrik des Bezirks A. Linneborn in Essen-Werden, die ihre Anfänge als "Holsterhauser Mühle" sogar bis ins frühe 16. Jahrhundert zurückverfolgen kann. Aber sonst? Gewiß, den Kohlenbergbau kennt man schon sehr lange. Aber die seit dem frühen Mittelalter handwerklich betriebenen kleinen Stollenbergwerke liegen den modernen Zechenbetrieben nicht nur technisch, sondern vor allem in ihrer wirtschaftlichen Bedeutung eben doch unendlich fern. Immerhin sind sie die Anfänge und echten Wurzeln des späteren gewaltigen wirtschaftlichen Wachstums.