In Rumänien sind in den letzten Tagen große Wandlungen vor sich gegangen. Die geringste davon mag die Übernahme des Premierministerpostens durch den Generalsekretär der KPR, Gheorghiu-Dej, sein. Sein Vorgänger Petru Groza, den man auf den repräsentativen Posten des Präsidenten setzte, hatte bereits seit Jahren nicht viel zu sagen; er war, als Chef einer bedeutungslosen Mitläuferpartei, stets nur ein Aushängeschild der "Volksfront" gewesen Ein ganz anderes Format hat aber der Sturz Anna Paukers, die aus dem Politbüro der KPR ausgestoßen wurde und nur mehr den Posten des Außenministers behielt. Diese einst mächtigste Frau Osteuropas befindet sich sichtbar auf der Stufenleiter der Ungnade und wurde bereits vom Bukarester Radio und von der offiziellen Parteizeitung Scantea als Deviationistin, ja als kapitalistenfreundliche Gegenrevolutionärin heftig kritisiert. Mit ihr zugleich wurden die stellvertretenden Ministerpräsidenten Luca und Georgescu entlassen, die anscheinend als Sündenböcke dem, Zorn der Bevölkerung über die letzte Währungsreform preisgegeben werden sollen. Im Hintergrund dieser "Regierungsumbildung" scheint der kommunistische General Bodnaras zu stehen, Mitglied des Politbüros, den man in Bukarest neuerdings für den starken Mann hält.