Mehr als hundertmal bin ich in diesen 150 Stunden in Madrid den Paseo del Prado, die Gran Via, die Galle de Alcala hinauf- und heruntergelaufen. Nun senkt sich die Nacht über die Stadt. Oben am Königspalast, wo man weit in die graugrüne kastilische Landschaft blickt, konnte man eben noch über dem flutenden, veilchenfarbenen und karminroten Abendlicht das Gold der letzten Sonnenstrahlen an den Zacken der Guadarrama hängen sehen. Nun weht wieder der frische belebende Nacht wird von den Bergen. In den Kolonnaden der Plaza Mayor nistet schummriges Dunkel. Aus dem Seiteneingang des fashionablen Palace Hotel kommen die letzten verspäteten Five-o’clock-tea-Gäste, bestaunt von einer geduldig wartenden lebenshungrigen Menge, und nur hundert Schritte davon drängt sich auf der nachtdunklen Straße eine Menschenschlange zum hellen Portal der Iglesia de Jesus, windet sich durch das lange Kirchenschiff langsam vorwärts, bewegt sich eine Treppe hinauf zu einem berühmten Andachtsbild des Heilandes, um sich betend auf den Sonntag vorzubereiten.