Rlt., an Bord M/S "Baidur", Ende Mai

Es kommt nicht allzu häufig in der deutschen Seefahrt- und Werftgeschichte vor, daß zu offiziellen Probe- und Übernahmefahrten mehr ausgesprochene Landratten als Seeratten ein Schiff bevölkern. Emden, der "montane Hafen Nordrhein-Westfalens", mit dem Revier durch den längst zu klein gewordenen Dortmund-Ems-Kanal verbunden, genießt das "Vorrecht", recht oft führende Männer von Kohle und Eisen in seinen Mauern und auf seinen Schiffen zu sehen.

Als am 28. Mai der zweite 10 000-t-dw-Erzfrachter der Seereederei "Frigga" AG., Hamburg, das M/S "Baldur", aus den Händen der Bauwerft, der Nordseewerke Emden GmbH., Emden, übernommen worden war, plätscherten auf ihren stählernen Planken westwärts Borkum an die hundert Vertreter aus dem Land zwischen Ruhr, Lippe und Rhein durchs Huber-Gatt. Viele der montanen Gesichter waren nun wirklich "Kapitäne". Sie personifizierten nicht nur traditionelle Verbindungen zwischen Kohle und Eisen mit Schiffbau und Seefahrt, sondern auch ein Stück ihrer Liebe zur See als Sinnbild von Welthandel und Großraumwirtschaft.