Fremde, die Essen zum erstenmal besuchen, müssen meist ihre Vorstellung von dieser Stadt des Industriegebiets revidieren: statt Rauch und Ruß finden sie waldige Höhen am Ruhrtal, die den Neid manchen Kurorts erregen könnten, und dann, vom Hauptbahnhof mit der Straßenbahn in knapp zehn Minuten zu erreichen, die Gruga, einen riesigen Park von einzigartiger Schönheit. Nach mehrjährigen Vorbereitungen wurde diese Erholungsstätte des Reviers 1929 eröffnet, und zwar als ‚Große Ruhrländische Gartenbauausstellung‘ (Gruga), in der Hoffnung, durch diese Ausstellung einen wesentlichen Teil der Unkosten wieder hereinzubekommen. Alle Erwartungen wurden übertroffen, denn die Sehnsucht der Arbeiterbevölkerung nach den Schönheiten der Natur ist groß. Aber nicht nur die Heimischen kamen: unter den 2,5 Mill. Besuchern im Sommer 1929 waren solche aus ganz Deutschland und viele Ausländer, die dieses Wunder neuzeitlicher Gartenkunst sehen wollten.