Daß im Bundesgebiet ein Zusammenschluß der leitenden Angestellten besteht, erscheint prima facie so selbstverständlich, wie nur sonst etwas auf der Welt. Da es ja Beruf verbände jeder Art gibt, und auch wohl geben muß,weil der einzelne im komplizierten Getriebe der modernen Wirtschafts- und Sozialverfassung seine Interessen nicht anders als "im Verband" geltend machen kann – warum sollte da die Schicht der leitenden Angestellten eine Ausnahme machen? Bei einigem Nachdenken freilich wird deutlich, wie schwierig es gerade für diese Gruppe ist, zu gemeinsamem Handeln zu kommen. Denn eigentlich ist der Angestellte, der sich nicht nur in "gehobener Position" befindet, sondern ausdrücklich leitende Funktionen wahrnimmt, seinem soziologischen Standort nach "isoliert", und damit nicht organisierbar: selbst dann, wenn er für seine Person alles andere als ein "geborener Individualist" sein mag ... Und eine kleine psychologische Hemmung kommt vielleicht recht oft noch hinzu, den Entschluß erschwerend, sich mit etwa Gleichgestellten organisatorisch zusammenzuschließen: die Tatsache nämlich, daß der Betreffende auch dann, wenn er sich dessen sehr wohl bewußt ist, zur Gruppe der "Führungskräfte" im-Betrieb zu gehören – sich trotzdem nicht gern selber so klassifizieren mag...