Erzählung von Andreas Noir

Kußwein neigte dazu, sich durch Literatur beeinflussen zu lassen. Infolgedessen fand er sein Leben leer. Es fehlten die nahen Gefahren darin, und auf ferne mochte er sich nicht über längere Zeit vertrösten. Jahrelang fahndete er nach einer geeigneten Gefahr, mit der sich nach Bedarf auf Tuchfühlung leben ließ; aber die wenigen Gelegenheiten überfielen ihn so zufällig und unerwartet, daß er immer mit dem Schrecken davonkam, ohne doch das Glück des bewußten Auskostens zu erleben. So bekam Kußwein einen bitteren Zug in der Mundgegend, auf der linken Seite. Er hätte gern ein Auto besessen, um mit dessen Hilfe den Tod nach Wunsch herausfordern zu können, doch konnte er sich keine leisten. Also haßte er Autos.