Essen, die Stadt auf der Kohle und als Sitz der bergbaulichen Spitzenorganisationen mit dem Bergbau auf das engste verbunden, sieht in diesen Tagen mit Spannung und großen Befürchtungen dem Ergebnis der Verhandlungen entgegen, die für die Zukunft des Bergbaus an Rhein und Ruhr von entscheidender Bedeutung sein werden. Der Deutsche Kohlenverkauf, die gemeinschaftliche Absatzorganisation des westdeutschen Steinkohlenbergbaus, ist zwei Tage vor Unterzeichnung des General Vertrages durch eine alliierte Anordnung aufgelöst worden. Damit würde, wenn es bei den nackten Tatsachen dieses Beschlusses bliebe, eine Entwicklung unterbrochen, die im Jahre 1893 mit der Gründung des Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikats ihren Anfang genommen und über alle politischen und wirtschaftlichen Zeitereignisse hinweg zum Segen des Bergbaues, der Bergleute und der Gesamtwirtschaft ihre Bewährungsprobe bestanden hat.