Inoffizielle Besprechungen hatten kürzlich die Empfehlung ergeben, daß man den handelsvertraglich "gebundenen" Warenaustausch zwischen Brasilien und der Bundesrepublik von bisher 115 Mill. $ auf 150 Mill. $ (jährlich in jeder Richtung) aufstocken sollte, da beide Länder lieferfähig und lieferwillig sind. Noch war aber darüber nichts zu Papier gebracht, als man feststellen mußte, daß noch nicht einmal die 115 Mill. $ realisiert werden. Zwar liefert Deutschland im vorgesehenen Umfang: es nimmt aber nicht entsprechend ab. Es hat folglich einen Aktivsaldo im Verrechnungsverkehr, der stetig (auf nunmehr 47 Mill. $) angewachsen ist. Damit ist, alle Saisonunterschiede im Geben und Nehmen eingerechnet, der vorgesehene Pufferbetrag ausgenutzt. Brasilien müßte demnach seine Schulden in freien Dollars abdecken. Aber Dollars sind in Rio knapp. Man bedenke nur, daß noch 1949 der brasilianischen Zentralbank 6,3 Mrd. Cruzeiros in Devisen zur Verfügung standen. Zum Febfuar-Ultimo dieses Jahres aber waren es nur noch ganze 63 Mill. Cruzeiros...