Die Werbung, als eine dynamische Kraft, die nicht nur eine größere wirtschaftliche Konstanz des Verbrauchs zur Sicherung der Produktion zu erreichen versteht, sondern auch die Kräfte in der Volkswirtschaft zu mobilisieren vermag, war in ihrer Ausgestaltung bis 1933 keiner gesetzlichen Regelung unterworfen. Gegen marktschreierische Übertreibungen einer gewissenlosen Reklame fehlten Gesetzesbestimmungen ebenso wie gegen Geschmacklosigkeiten. Zwar gab es das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb vom 7. Juni 1909, durch das bei Anwendung von Mitteln im wirtschaftlichen Wettbewerb, die gegen die guten Sitten verstießen, Unterlassung und Schadenersatz in Anspruch genommen werden konnte – aber das Recht zum Vorgehen gegen unzulässige Wettbewerbsäußerungen stand nur den Mitbewerbern oder deren Interessenvertretungen zu. Erst durch das Gesetz über die Wirtschaftswerbung vom 12. September 1933 und die in den Jahren 1933 bis 1939 erlassenen Bekanntmachungen des Werberats, die als reines Werberecht anzusprechen waren, wurde versucht, auf neuen Wegen zu einem geordneten und gesetzlich geregelten Werbewesen zu kommen. Die Werbung sollte einem Werberecht unterstellt und damit aus der Sphäre des Wettbewerbs herausgehoben werden.