Von Wilhelm Backhaus

In Thomas Manns "Buddenbrooks" streiten sich einmal der Senator Thomas Buddenbrook und seine schöne Frau Gerda über Musik. Die Liebe zwischen beiden ist allmählich erkaltet, und Gerda hat sich mit ihrem heranwachsenden Sohn immer mehr in das Reich der großen musikalischen Kunst zurückgezogen, wohin ihr Gatte ihnen nicht folgen kann. So fühlt er sich ausgeschlossen, verletzt. Und er versucht, das herabzusetzen, was ihr wesentlicher Lebensinhalt ist. Er nennt ihr Auftrumpfen mit dem "musikalischen Wert" dünkelhaft und geschmacklos und verteidigt die ihm angenehmen Arten der leichten Musik. Darauf erwidert ihm Frau Gerda: "Was freut dich in der Musik? Der Geist eines gewissen faden Optimismus, den du, wäre er in einem Buche eingeschlossen, empört oder ärgerlich-belustigt in die Ecke werfen würdest. Schnelle Türfüllung jedes kaum erregten Wunsches ... prompte, freundliche Befriedigung des kaum ein wenig aufgestachelten Willens ... Geht es in der Welt etwa so zu, wie in einer ‚hübschen‘ Melodie?" ...