Von unserem nach Schweden entsandten Redaktionsmitglied Willy Wenzke

Göteborg, im Juni

Für den schwedischen Export hat sich in den Nachkriegsjahren erneut die Wahrheit jenes alten Wortes"vom Handel, der der Flagge folgt" bestätigt. Mit Stolz weist man darauf hin, daß im vergangenen Jahr wieder 47 v. H. des Exports mit eigenen Schiffen durchgeführt werden konnte. Schwedens Export setzt sich heute zur Hälfte aus Erzeugnissen der Holzindustrie zusammen. während Werkzeuge, Maschinen, Instrumente, chemische Produkte und Lebensmittel in der Exportstatistik folgen, neben Eisen und Stahl, die nach wie vor einen bedeutenden Anteil an der schwedischen Ausfuhr innehaben. Mehr denn je gehen jetzt die Bemühungen aller Industriezweige des Landes auf eine Steigerung der Exporte hinaus, zumal das sich immer-, stärker abzeichnende Ende der bisherigen Überkonjunktur seine ersten Depressionsschatten wirft. Ergebnis ist eine gewisse Arbeitslosigkeit, die in Schweden bisher fast unbekannt war. Allein die Textilindustrie hat in den letzten Wochen rund 5000 Arbeitnehmer entlassen und beschäftigt die gleiche Zahl in Kurzarbeit. Selbst das spürbare Absinken der Textilpreise um 10 bis 20 v. H. hat die Absatzkrise nicht beheben können.