Von Walter Abendroth

Es gibt gewisse Spezialfragen fachwissenschaftlichen Art, die sich bei näherem Hinblick als Teilerscheinungen einer ganzen allgemeinen geistigen Situation enthüllen und denen nachzudenken daher nicht nur für den Manr von der "Zunft" gewinnbringend sein kann Eine solche Frage ist die heute immer wieder besonders von den Musikern der Nachwuchsgeneration aufgeworfene: ob es nicht eine gegenstandslose Zeitvergeudung, ein überflüssiger Umweg sei, die Kompositionsschüler erst den traditionellen "vierstimmigen Satz", also die Technik der klassischen Funktionsharmonik erlernen zu lassen, da ja doch die Gegenwart (und, wie man zu wissen glaubt, die Zukunft) ganz anderen Prinzipien (vor allem der Zwölftontechnik; gehöre.