Zum 85, Geburtstage Max I. Friedländers

Von R. M. Heilbrunn

Wenn am 5. Juni Max I. Friedländer in Amsterdam auf fünfundachtzig Jahre eines arbeitsreichen und gesegneten Lebens zurückblickt, so wird es an diesem Tage diesseits und jenseits des Atlantik wohl kaum einen Kunstfreund geben, sei er Liebhaber, Kenner, Forscher, Sammler oder Händler, der nicht mit Dankbarkeit und Verehrung des Mannes gedenken wird, der sich mit dem Corpus der "Altniederländischen Malerei" ein dauerndes Monument errichtet hat. Denn "Der Friedländer" ist längst für jeden mit früher nordeuropäischer Tafelmalerei Beschäftigten ein unentbehrliches Handwerkszeug geworden. Die Erläuterungen zum Leben und Werk jener Meister bieten eine solche Fülle von Bemerkungen historischer, kulturgeschichtlicher, psychologischer Art, daß die Lektüre auch für den nicht kunstwissenschaftlich Interessierten voller Belehrung und Anregungen ist. Auch ist das Buch in einem Stil geschrieben, der in seiner Klarheit, Einfachheit und Präzision erkennen läßt, daß Schopenhauer ein Lieblingsschriftsteller Friedländers ist.