Die "Zeit" hat in ihren acht vorangegangenen Ausgaben eine Reise um die Welt des Humors gemacht, die von den europäischen Ländern nach Israel, nach Amerika, nach Sowjet-Rußland, nach China führte. Nach alledem gehört es sich wohl, daß dieses Welt-Panorama, an dem vor allem prominente französische, englische und amerikanische Autoren den Versuch machten, zugleich mit den Witzen vergleichend auch die Völker und ihre Situation zu schildern, zu guter Letzt auch Deutschland einschließe.

In aller Welt gelten die Deutschen dafür, daß ihnen die Gabe des Humors nicht im Überfluß auf ihren schweren Lebensweg mitgegeben worden sei. Die Deutschen – so heißt es – lieben das Monumentale und Feierliche; wie können sie da humorvoll sein? Die Deutschen – so lautet die vergleichende Kritik – werden von ihrem Dämon verführt, jede Idee zur letzten, Konsequenz zu treiben: so fehle es ihnen an der notwendigen Gelassenheit, über ihre eigenen urtümlichsten Eigenschaften zu lachen, wie dies etwa die Engländer fertigbringen. Die Deutschen – so sagt man – halten auf Würde: der Würdige aber verträgt keinen Spott, den etwa der Franzose auch dort bereit hält, wo es ihm um ganz ernsthafte Dinge geht. Die Deutschen – so kann man sagen hören – seien eine tatkräftige Rasse: sie handeln, wirken, bauen auf; aber sie spielen, sie "charmieren" nicht, wie dies etwa die Italiener in oft kindlicher Heiterkeit vermögen. Und es sind durchaus die wohlwollenden Betrachter, die erklären: den Deutschen sei die Lust zum Witzemachen vergangen, nach allem, was sie erleben mußten.