Es ist gerade erst vierzehn Tage her, da erschien im "Volkswirt" ein Aufsatz des soeben auf einen Lehrstuhl der Universität Heidelberg berufenen Ministerialrats Dr. H. Meinhold-Bonn, unter dem Titel "Aktive Konjunkturpolitik?", dessen Quintessenz, aus der gepflegten Sprache des Wissenschaftlers ins schlichte Wiener Deutsch übersetzt, etwa hätte lauten können: "... da kann man halt nix machen!" Meinhold ging davon aus, daß bei der eigentümlichen Doppelgesichtigkeit unserer derzeitigen Konjunkturphase – hie Flaute bei Verbrauchsgütern, hie Übernachfrage nach Grundstoffen und Investitionsgütern – der "traditionelle Ansatzpunkt konjunkturpolitischer Maßnahmen" offenbar nicht gewählt werden könne: nämlich "die Finanzierung zusätzlicher Investitionen durch Kreditschöpfung". Denn gerade an der Nachfrage nach Investitionsgütern fehle es ja bislang nicht; im Gegenteil: selbst die derzeitigen Absatzmöglichkeiten für solche Güter konnten, wegen des Stahlmangels, bisher nur unvollkommen genützt werden. Für den Fall, daß die Stahlversorgung sich schnell bessern und/oder die Nachfrage nach Investitionsgütern absinke und "freie" Produktionskapazitäten entstehen lasse, heißt es dann: "Allenfalls wäre eine Empfehlung an die