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Ausgabe Nr. 19/1952

DIE ZEIT

Piecks Antwort: Bürgerkrieg

Ein erstes Ergebnis der schleppenden Verhandlungen mit dem Westen über Generalvertrag und Europa-Armee ist nunmehr zu verzeichnen der Kreml hat den deutschen Kommunisten erlaubt, ihre politischen Ziele offen darzulegen; Bei der Mai-Kundgebung in Ostberlin hat Wilhelm Pieck angekündigt, die deutsche Sowjetzone werde eine eigene Armee aufstellen, wenn es nicht gelänge, "den General-Kriegs-Vertrag und die Remilitarisierung Westdeutschlands zu verhindern".

Generalvertrag ohne Menschenrechte

Bedenklicher als die praktischen Folgen der Zusatzabkommen zum Generalvertrag ist der Geist, der aus ihnen spricht. Unter den Forderungen, die an die Bundesregierung gestellt wurden, befand sich auch die, daß die deutsche Justiz den Strafvollzug an den von Gerichten der Alliierten auf deutschem Boden als sogenannte Kriegsverbrecher Verurteilten zu übernehmen habe.

Schlechte Beamte kosten Geld

Der Staat, In seinem Verhältnis zu den Menschen gesehen, liefert zunächst zwei Aspekte: wer regiert und wie regiert wird. Die oft beklagte Kluft, die sich zwischen den Politikern und dem Volke auf tut, ist wesentlich durch diesen Zwiespalt begründet.

ZEITSPIEGEL

Der Bundespräsident ist der Bitte der Bundesregierung, das Deutschlandlied wieder zur Nationalhymne zu erklären, nachgekommen.

Prälat Dr. Ludwig Kaas †

Prälat Ludwig Kaas, Päpstlicher Protonotar, dreifacher Doktor, Mitglied der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, Professor für Kirchenrecht an der Universität Bonn und dem Theologischen Seminar in Trier, Mitglied der Verfassunggebenden Deutschen Nationalversammlung und, bis 1933, des Deutschen Reichstags, ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Zentrumspartei, ist in der Nacht zum 25.

Schriftsteller und Staat

In der ersten Maiwoche haben sie alle in Berlin getagt: die deutschen Verleger, die Schriftsteller, die Studenten, die Soziologen und die Leute von der politischen Wissenschaft.

Neue Mehrheit im Bundesrat

Nicht nur die Bonner Koalitionspartner der FDP sind über die von ihnen als Affront empfundene Zusammensetzung der Stuttgarter Regierung verärgert und beunruhigt; auch die Bundestagsfraktion der FDP selbst ist in ihrer großen Mehrheit mit dieser Lösung nicht einverstanden.

Ptolemäus könnte heute lachen

Ums Jahr 300 vor Christi Geburt stand der griechische Mathematiker Euklid in Alexandrien vor König Ptolemäus Philadelphus. "Euklid", fragte der mathematisch anscheinend unbegabte Herrscher, "gibt es für mich keinen Zugang zu deiner Wissenschaft?" Der große Geometriker erwiderte, indes Seine Majestät zusehends trauriger wurde: "Zur Mathematik, o mein Gebieter, führt kein Königsweg.

‚19. Reihe‘

Als er den Vorhang berührte, hob eine schmale Hand ihn zur Seite. Ein Lichtkeil lag matt für einen Augenblick vor ihm und schloß sich in der nächsten Sekunde.

Florentiner Musik-Mai

Es lag nahe, in diesem Jahre das Werk Rossinis (geb. 1792) in den Mittelpunkt des Maggio Musicals Fiorentino zu stellen. Mit der seit langer Zeit nicht mehr gehörten "Armida", die sich als ungleich weniger "aktuell" herausstellte als die vor einem Jahr wiederentdeckte gleichnamige Oper Lullis, wurde das Festspiel sozusagen offiziell eröffnet.

Künstler, Mäzene und Steuern

Die Ausstellung "Die Industrie als Kunstmäzen", die wir bereits angekündigt haben (Die Zeit Nr. 18 vom 1. Mai 1952), ist in der Hamburger Kunsthalle mit einem Festakt, bei dem Bundespräsident Professor Heuss eine Ansprache hielt, eröffnet worden.

Endlich neuer Start der Großbanken

Um die Bankwirtschaft entsprechend den veränderten politischen Verhältnissen auf neue Rechtsgrundlagen zu stellen, bedürfen vor allem drei Fragenkomplexe einer gesetzlichen Neuregelung: der Umbau der Bank deutscher Länder zur Bundesnotenbank, die endgültige Gestaltung der Nachfolgeinstitute der Großbanken sowie die Anpassung des Reichsgesetzes über das Kreditwesen an den heutigen staatsrechtlichen Aufbau.

Was läßt sich von der EZU noch erhoffen?

Was kann man von einer Ordnung des europäischen Handels erhoffen, die nicht nur mit Störungen, wie den Entliberalisierungen, rechnen muß, sondern die ihrerseits die mühsam erreichte Stabilität jener Mitgliederländer gefährdet, die sich der Ordnung willig unterwerfen? Sind das nicht Zeichen dafür, daß das europäische Verrechnungssystem versagt hat? Sollte man nicht am 30.

Spezialhandel ohne Ausgleich

Hamburg und Bremen haben ihre zentrale Stellung im Außenhandel, besonders beim Import wie auch im Export von Stückgütern nach Übersee wiedergewonnen, wobei ihr Spezialhandel – unterteilt nach Waren (Produktenfirmen), Märkten (Länderfirmen) und in jüngster Zeit ergänzt durch stärkere Spezialisierungen im technischen Bereich – den Rahmen bildet.

Günstige Bankbilanz

In Österreich ist die Erinnerung daran, daß, die Wirtschaftskrise der dreißiger Jahre mit dem Zusammenbruch der Creditanstalt in Wien, eingeleitet wurde, noch recht lebendig.

Genügt Partnerschaft?

Hier wird einerseits gezeigt, welche Irrwege unsere politische Erziehung, sei es die "staatsbürgerliche" der Wilhelminischen und der Weimarer Epoche, sei es die "volkspolitische" des Hitlersystems, im Zwang idealistischer, wirklichkeitsferner Zielsetzungen gegangen ist und anderseits mit allen Gründen der Soziologie, des Rechts, der Psychologie und Pädagogik dargelegt, daß nur vom Verhalten zum Mitmenschen her, durch "Partnerschaft", unser politisches (Leben gesunden kann.

Kein Blatt vor den Mund

"Ich hab mich zu sehr geschämt, zu sein, was ich bin. Ich weiß, ich seh nicht so aus, als ob ich’s in der Welt weit bringe, wo alle anderen so’n Tam-Tam davon machen, daß man reich werden muß oder berühmt durch wer weiß was.

Ironie und tiefere Bedeutung

Marquand ist der passionierte Schilderer der Bostoner Hautevolee. Routine und eine leichte. Feder geben seiner Kritik an der Gesellschaft ein gewisses Dutzendgesicht, das aber von einer stark entwickelten Freude am psychologischen Detail, blitzenden Dialogen und treffsicherer Konzeption aufgewogen wird.

Amalthea-Musikbücher

Das deutsche Musikschrifttum spaltet sich ziemlich schroff in die wissenschaftliche und die unterhaltende Kategorie. Die Bücher der ersten legen Wert auf ein strenges Gesicht, auch in der unvermeidbaren illustrativen Ausstattung, die der zweiten geben sich in Wort und Bild gern populär in einem nicht immer seriösen Sinne.

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