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Ausgabe Nr. 16/1952

DIE ZEIT

Dauerhafte Befreiung

Anfang April wandte sich das Wiener Parlament mit einem eindrucksvollen Appell an die Besatzungsmächte und besonders an die Sowjetunion, Österreich Freiheit und Unabhängigkeit wiederzugeben.

Grotewohl protestiert

Als Protest gegen die Vollstreckung von Todesurteilen an vier griechischen Kommunisten hat die Sowjetzonen-Regierung Grotewohl einen Vertrag über die Lieferung von griechischem Tabak aufgehoben und die Einfuhr von griechischen Weinen und Dekorationsstoffen verboten.

ZEITSPIEGEL

In einem amtlichen Bericht, den die serbische Zeitschrift "Der Parteifunktionär" veröffentlicht, heißt es, daß der jugoslawische Kommunismus sich in einer ernsten moralischen Krise befinde.

Boleslaw Bierut

Das Jahr 1937 wurde zum Schreckensjahr für die alte Garde nicht nur der russischen, auch der ausländischen Kommunisten, soweit sie sich in der Sowjetunion aufhielten.

Armut, Reichtum und Demokratie

Wer in unserer furchtbesessenen Zeit, in der sich auf Angst und Sorge ganze philosophische Systeme errichten lassen, ein Programm mit dem Titel "An Stelle von Furcht" zu offerieren hat, kann gewiß Anspruch auf Beachtung erheben.

Notizen

Die evangelische Kirche von Badajoz (Spanien) wurde von katholischen Jugendlichen geplündert. Bibeln und Gesangbücher wurden zerrissen.

Handels-Fanfaren in Moskau

Die meisten westlichen Besucher der Moskauer Weltwirtschaftskonferenz haben über Ostern in Berlin Station gemacht. Nicht nur zum Atemholen, sondern vielfach auch zur abschließenden Vollendung von Geschäften, die in Moskau im Foyer des Gewerkschaftshauses, im Hotel "Moskwa" oder im Hotel "Sowjetskaja" zwischen dem 3.

Carusos Schatten

Zweifellos ist es ein Alterssymptom einer Kultur, wenn sie in ihren künstlerischen Erzeugnissen mehr und mehr statt der Fülle des allgemeinen Lebens die eigene Geschichte zum Stoff der Gestaltung erhebt, wenn die Kunst anfängt, über sich selbst zu meditieren.

Madame von der Freiheit

Viele Erfahrungen der jüngsten Zeit haben die These bestätigt, daß Frauen mehr Sinn für Realitäten haben als Männer. Wie reimt es sich damit zusammen, daß die politische Freiheit immer als Frau dargestellt wird (zum Beispiel an der Einfahrt nach New York)? Gleiche Freiheit für alle ist ein Traum von Männern gewesen.

Dichter lügen zuviel...

Literaturpreise können gefährlich sein. Sowohl für das Preisrichterkollegium wie auch für die Auserwählten. Bei dem letzten Prix Goncourt verweigerte Julien Gracq die hohe Auszeichnung und verurteilte scharf sowohl die Einrichtung wie auch die Urteilskraft der Jury.

Hier lügt der Dichter nicht:

Es ist nicht wahr, daß es keine Märchen mehr gibt. Alfred, durch jahrelange Gefangenschaft aus Beruf und Milieu geraten, arbeitslos, liest nach mancher vergeblichen Anstrengung, einen Erwerb zu sichern, ein Inserat, durch das ein Chauffeur gesucht wird.

Sieger Seebohm

In seiner Sitzung vor dem Osterfest hat der Verwaltungsrat der Deutschen Bundesbahn die übrigen Mitglieder des neuen vierköpfigen Vorstandes der Bahn gewählt.

Wir sind antiquiert...

Eine "dreiköpfige Mission des amerikanischen Kongresses" hat, wie dpa berichtet, nach einem Besuch in Westeuropa die Empfehlung ausgesprochen, daß "die USA-Hilfe an europäische Nationen von deren Leistungen für die europäische Verteidigungsgemeinschaft abhängig gemacht werden soll".

Aus der Werkstatt des Dollar-Drive

Über die zwingende Notwendigkeit, die Dollarlücke zu stopfen, gibt es keine Zweifel. Wohl aber darüber, ob das, was die "eigentliche" Dollardrive-Institution, die Gesellschaft zur Förderung des Deutsch-Amerikanischen Handels (Amexport), seit Mitte 1950 unternimmt, dem Effekt nach überflüssig oder ein lohnendes Unterfangen ist.

Österreich: bester Fischkunde

Wenn Deutschlands Fischexporte früher im Vergleich zu den Ausfuhrerfolgen anderer Fischereiländer und den deutschen Aufwendungen für Fischeinfuhren verhältnismäßig gering waren, so hat sich in den letzten Jahren doch eine stetige Aufwärtsentwicklung der Fischexporte angebahnt.

Mustermesse der Schweiz

Auf der vom 19. bis 29. April stattfindenden "Schweizer Mustermesse" beteiligen sich wieder 2200 Aussteller in 18 Fachgruppen, um die neuesten Erzeugnisse der schweizerischen Exportindustrie zu zeigen.

Kurs auf freie Holzpreise

Auf seiner Vollversammlung in Hannover sprach sich der Deutsche Forstwirtschaftsrat, dem alle Gruppen (Staats-, Privat- und Körperschaftsforsten) angehören, für eine völlige Freigabe der Holzpreise aus, weil die im Oktober getroffene Regelung der "Angemessenheitspreise" zu einer nicht vertretbaren Marktspaltung geführt habe.

Reiseerleichterungen

Wie bereits berichtet, wurden die Devisenzuteilungen für private Reisen nach den OEEC-Ländern (also alle europäischen Länder, mit Ausnahme von Spanien, Finnland, Jugoslawien und den Ostblockstaaten) auf 500 DM je Person und Jahr erhöht.

Berliner Programm

Das Jahr 1952 bringt dem traditionellen Berliner Messegelände am Funkturm fünf große Ausstellungen. Eröffnet wurde die "Saison" an der Masurenallee bereits sehr verheißungsvoll mit der "Grünen Woche".

Photokina 1952

Am 26. April wird die dritte "Photokina" – Internationale Photo- und Kino-Ausstellung 1952 – auf dem Kölner Messegelände eröffnet.

Blick auf die Börsen

Zu Beginn der letzten Märzwoche (24. 3.) gingen die Kurse auf dem Aktienmarkt weiter zurück. Zunehmende Kundenverkäufe und verstärkte Tätigkeit der Fixer brachten nach starken Abschlägen niedrigste Kurse.

In Tel Aviv

In einem Café in Tel Aviv wird heftig diskutiert. Man spricht über Politik. Das Gespräch wird immer lauter. Zwei Parteien bilden sich, die Gesten werden drohend.

Radio aus dem Kosmos

Auf die beiden Aufsätze "Ein neues Auge" (das Prinzip des Radar) und "Pfiffe aus der Atmosphäre" (Wetterforschung durch Radar) lassen wir heute den dritten Beitrag von Berthold Lammert "Radio aus dem Kosmos" folgen.

Keine Angst vor Strahlen

Vor kurzem prüfte der amerikanische Frauenarzt Professor Schmitz die Frage, wie viele Frauen mit Unterleibskrebs in den Vereinigten Staaten durch Operation und wie viele durch Strahlenbehandlung geheilt werden.

Film-Notizen

Ehemalige deutsche Kriegsgefangene drehen einen Film "Dawai! Dawai!", der ihr Schicksal in Rußland schildern soll. Das erste Geld dafür erhielten sie von den Heimkehrerverbänden und durch den Verkauf einer Wertmarke von 1 DM, die später als Eintrittsgeld angerechnet werden soll.

Aus den Unternehmungen

Die Mannesmann-Aktiengesellschaft, Düsseldorf, wurde im Zuge der Neuordnung der eisenschaffenden Industrie und des Steinkohlenbergbaues als Holdinggesellschaft für fünf andere Unternehmen gegründet.

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