„Ihre Schätzungen erwiesen sich als falsch; ihre Beamtenschaft versagt; ihre Pläne mißlingen: Aber die Arbeit geht weiter, wird mit der Zeit zur Gewohnheit. Auf die Dauer summieren sich die Teilresultate – und schließlich erreicht das Sowjetregime, was es wollte, so oder so stellt sich der Erfolg ein...“

Diese auf die Sowjetunion bezogene erkenntnisreiche Feststellung des „Economist“ aus dem Jahre 1940 gilt mutatis mutandis ebenso für die sowjetische Besatzungszone Deutschlands, und sie ist vielleicht das treffendste Motto, das einer kritischen Betrachtung des sowjetzonalen Fünf jahresplans vorangestellt werden kann. Der bereits im Juli vorigen Jahres mit der SED-„Firmenmarke“ auf dem dritten Parteitag der Sozialistischen Einheitspartei im Entwurf vorgelegte Fünfjahresplan für 1951 bis 1955 ist am 1. Januar angelaufen. Die gesetzliche Grundlage wurde dann für das erste Planjahr 1951 zwar auch schon verspätet – am 14. März durch das Gesetz über den Volkswirtschaftsplan 1951 geschaffen, während der Gesamtplan erst jetzt am 1. November seine gesetzliche Basis erhielt.