Betty Smith: Ein Baum wächst in Brooklyn. (Gebr. Weiß Verlag, Berlin, 529 S., Leinen 16,80 DM.)

Jeden Abend liest die Putzfrau in Brooklyn ihren beiden Kindern eine Seite Shakespeare und eine Seite aus der Bibel vor. Sie ist eben zwanzig. Mit Mitte Dreißig heiratet sie zum zweitenmal. Einen Mann, der zehntausend Dollar im Jahr hat. Nun werden ihre Kinder spielend erwerben, worum sie bis dahin mit Bibel, Shakespeare und Pennystücken hat kämpfen müssen –: Bildung. Ihre Tochter erkannte schon als kleines Mädchen, daß diese Bildung allein im Leben nicht genügt. Als ihre Mutter dem Mann mit den Dollars ihr Jawort gibt, ist Francie eben siebzehn. Ihr wackeres Herz wuchs unter dem knorrigen Baum in Brooklyn. Die Mutter und Shakespeare öffneten ihr das Tor der Vorstadt zur Universität.