Zu einer Tagung der internationalen Jugendbibliothek München

Internationale Verständigung durch das Kinder- und Jugendbuch“ hieß das Tagungsthema. Etwa hundert geladene Gäste aus Skandinavien und Holland, Belgien, Österreich und der Schweiz kamen zusammen und prüften, ob die Voraussetzungen des Themas stimmten.

Von Optimismus konnte keine Rede sein. Man verhehlte sich nicht, daß nur ein Bruchteil der Kinder und Jugendlichen überhaupt noch Bücher liest. Das „Zeitgefühl“ der Kinder (über das der Verlagsleiter des Zürcher Globi-Verlages, Schiele, von den comic strips ausgehend, ausgezeichnete Worte fand), ein Zeitgefühl, das von Kino und Technik geprägt ist, steht dem Buch entgegen. Des Weiteren „schreiben Schriftsteller keine Kinderbücher und die sie schreiben, sind keine Schriftsteller. Künstler illustrieren sie nicht, und die es tun, sind keine Künstler.“ Es entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie, daß diese Formulierung vom Leiter der Podiumsdiskussion „Schriftsteller und Illustratoren haben das Wort“ stammte und daß dessen Name Erich Kästner war, dessen vorbildliche Kinderbücher vorbildlich von Walter Trier illustriert worden sind.