Des kleinsten westdeutschen Senders – Radio Bremens – Stimme hatte schon zu Zeiten, da sie nur 2 kW stark war, Klang in Europa; seit Mitte Oktober ist sie mit 20 kW wenigstens im Norden und Westen auch hörbar. Nicht zuletzt liegt die Güte des Programms in seiner Kontinuität; den „Internationalen Wochen“ des letzten Jahres, die Holland, England und Belgien in Wort und Musik nahebrachten, folgte nun als vierte eine „Schweizer Woche“: funkisches und kulturpolitisches Vorbild in einem.

Bei qualitativ hohen Einzelsendungen lag der Akzent doch mehr auf der Ausgewogenheit des Programms. Hörfolgen aus dem Leben der vier Volksgruppen, Szenen aus der Chronik des Züricher Theaters wechselten mit (nicht nur gejodelter) Volksmusik, Sonatinen von Honegger; von Bremen kam Schwyzer Funk für Kinder und Frauen; Dialektproben führten in die Sprache, Kabarettsendungen in den Humor des Landes ein. Eigens für den Funk schrieb Sutermeister seihe Radiooper „Die schwarze Spinne“ (nach Gotthelfs Novelle), und es gab eine reizvolle Begegnung mit Kellers Geschichte „Kleider machen Leute“, deren sparsame szenische Lockerung den behäbig-erzählenden Ton wahrte. Je zwanzig abgestimmte Wort- und Musikstunden – so sieht ein geplantes Programm aus.