F. G. Rom, im November

Das interessanteste Phänomen im Nachkriegs-Italien sind die politischen Ketzer. Die Demochristen fürchten nicht so sehr die Kommunisten, die Kommunisten nicht so sehr die neofaschistisch-monarchistische Reaktion und die Faschisten nicht so sehr die antifaschistischen Artikel der republikanischen Verfassung, sondern die größte Angst hat jede dieser Gruppen vor ihren eigenen Abtrünnigen. Italien erlebt heute ein ungewöhnliches Aufblühen des politischen Ketzertums. Es ist durchaus nicht revoltierender Aktivismus der Italiener, sondern sehr viele sind der tonangebenden politischen Parteien überdrüssig, die irgendwie enttäuscht haben und keinen Ausweg aus den Übeln zu bieten scheinen, die Italien bedrücken.