Als der damals schon sehr alte Menzel um das Jahr 1890 die ersten Beispiele des französischen Impressionismus im Hause des Berliner Sammlers Carl Bernstein zu Gesicht bekam, fragte er: "Haben Sie wirklich Geld für den Dreck gegeben?" – derselbe Menzel, der einmal das "Balkonzimmer", die "Potsdamer Bahn" und das "Théätre Gymnase" gemalt hatte, künstlerische – wenn auch private – Zeugnisse einer Naturanschauung, die von der der Franzosen um Manet und Monet nicht so sehr weit entfernt war. Er sprach damit nur aus, was der internationale und vor allem auch der französische Kunstgeschmack jener Zeit im allgemeinen von dieser neuen Kunstrichtung hielt. – Kürz darauf, in den Jahren 1896 und 1897, zogen die ersten Bilder von Degas, Manet, Sisley und Sogar von Cézanne in die Berliner Nationalgalerie ein, an der Hugo von Tschudi als Leiter wirkte. Andere deutsche Museen folgten alsbald seinem Beispiel, so Bremen, Mannheim und Hamburg, die durch Gustav Pauli, Ernst Wichert und Alfred Lichtwark etliche Hauptwerke der Hauptmeister für Deutschland sicherten, indes Tschudi selbst an seinem neuen Platz in München seine Berliner Bemühungen aufs glücklichste fortsetzte. Wie in Nordamerika der Enthusiasmus der hochbegabten Degas-Schülerin Mary Cassatt für die frühzeitige Verbreitung der französischen Impressionisten in den dortigen Privatsammlungen gesorgt hatte (die herrlichen Havemeyerschen Bilder im heutigen Metropolitan Museum zu New York!), so waren es in Deutschland der Scharfblick und die Überzeugungskraft Max Liebermanns gewesen, die Kunsthändler, Sammler und Museumsleiter zu ihren ersten Erwerbungen ermutigten. Die Kunstschriftsteller folgten, allen voran Julius Meier-Graefe mit seiner schier unbegrenzten Begeisterungsfähigkeit für die neue Kunst-, richtung, die für ihn eine wahre Weltanschauung bedeutete.