Zu Beginn dieses Jahres haben die Schutzvereinigungen für privaten Wertpapierbesitz beim Landgericht Frankfurt einen Rechtsstreit über das Fortbestehen der Verbindlichkeiten aus den Reichsbahnanleihen anhängig gemacht. Das Urteil erster Instanz wies die Klage ab. Die Begründung – die erst jetzt vorliegt – zeigt jedoch, daß die Bundesbahn nur einen Pyrrhussieg errang. Denn, das Landgericht unterstützt keineswegs das Bestreben der Beklagten, die Schulden der Reichsbahn von sich abzuwälzen.

Die bedeutsamen Schlußsätze des Frankfurter Urteils lauten: "Nach Lage der Dinge besteht die Anleiheschuld von 1940 nach wie vor. Die Deutsche Bundesbahn ist auch aus ihr verpflichtet. Die Anleiheschuld ist jedoch mangels Übernahme durch die Deutsche Bundesbahn von der Umstellung ausgeschlossen und daher zur Zeit nicht realisierbar."