Weil dem Film, diesem Ausdrucksmittel unserer Zeit, ganz und gar ein. Shakespeare oder Goethe fehlt, deshalb muß man sich so große Autoren immer noch vom Theater ausleihen. Nach "Hamlet" von Sir Lawrence Olivier wurde von Orson Welles "Macbeth" "in Bilder zerlegt". Man kann den Film, um den sofort der Meinungsstreit entbrannte, seit kurzem in Matineen sehen. Selbst an der Grenze des Psychopathen, der "zerrüttete Welt in zerrütteter Seele trägt", wollte Welles nicht nur die Rolle von Macbeth spielen, nicht nur dieses Urwesen im Menschenbezirk darstellen, das Greuel über Greuel häufte, bis es darin versank, weil seine Phantasien von irdischer Macht es dorthin hetzten. Den begabten und wagenden Filmmann lockte es vor allein, die grandiosen Bilder Shakespeares, der den vom Chaos umwitterten Macbeth im Düstern, im Nebel oder in sternenloser Finsternis, beim Schein schwelender Fackeln, unter Geraun und Gestöhn, dumpfem Klirren und Donner wandeln läßt, mit der Kamera zu bannen.