Von den Arbeiten der Bundestagsausschüsse hört und liest man leider viel zuwenig. So Ist es recht erfreulich, daß Herr Johannes Kunze, der Vorsitzende des Ausschusses für den Lastenausgleich, sich dazu bereit gefunden hat, über den Stand der Beratungen eine Art Rechenschaftsbericht zu geben (in Nr. 43 des "Rheinischen Merkur"). "Einige der wichtigen Grundsatzentscheidungen, die in dem beratenden Ausschuß getroffen worden sind", werden damit zur Kenntnis der Öffentlichkeit gebracht. Leider sind nun doch noch eine Reihe anderer grundsätzlicher Fragen offen, wie der Artikel des Herrn Abgeordneten Kunze erkennen läßt, und unwillkürlich erinnert man sich daran, daß "eigentlich" schon vor drei Jahren dies ganze Gesetzgebungswerk hätte abgeschlossen sein sollen – ja, daß einige wackere Männer sogar meinten: Diese Materie hätte sich uno actu mit der Geldneuordnung vom Juni 1948 regeln lassen, und wenn das damals nicht geschehen sei, so treffe die Schuld ausschließlich die Besatzungsmächte, deren Vertreter ("unbegreiflicherweise") darauf bestanden, nur das eine Kapitel durch Diktat zu regeln, die andere Aufgabe aber der deutschen Gesetzgebung zu überlassen.