Zu einem regelrechten Beefsteak hat der deutsche Boxmeister im Halbschwergewicht, Wilheim Hoepner, seinen Herausforderer Gerhard Hecht in Hamburg zusammengehauen. 7000 Zuschauer kletterten auf Bänke und Stühle, warfen vor Begeisterung ihre Arme in die Luft und wußten sich nicht zu halten vor Vergnügen, während zwischen den Seilen ein armer Kerl seinem Untergang entgegenging. Das Ergebnis war dieses: der Unterlegene ging mit einer schweren Verletzung an den Augenbrauen, dem Jochbein, der Nase und dem Mund aus dem Ring; der Sieger mit einer Augenbrauenspaltung und einem geschwollenen Handrücken zurück in die Kabine. Die letzte Runde war die schrecklichste, viermal mußte Hecht zu Boden und wenn er stand, war er weiter nichts als eine Übungsbirne oder ein lebender Sandsack für seinen Gegner. Doch der Ringrichter stand dabei, als ginge das alles ihn nichts an. Wenn schon die Regeln ein Eingreifen unmöglich gemacht haben sollten, das ’menschliche Wrack, das da im Ring herumtaumelte, hätte dem Kampfe ein Ende gebieten müssen. Doch die Manager hetzten ihren "Schützling" immer wieder in die Schlacht, die zu einem Schlachten ausgeartet war. Der belgische Dichter Maeterlinck schrieb einmal einen Hymnus auf the noble an of self defence und endete ihn mit den pathetischen Worten: "Es mag paradox erklingen und doch ist. es leicht zu beweisen, daß die Kunst des Boxens, wenn sie allgemein geübt und gepflegt wird, zum Unterpfand des Friedens und der Verträglichkeit wird." Was in der Ernst-Merck-Halle zu Hamburg schlagend bewiesen wurde.