Fritz Habeck: Das Boot kommt nach Mitternacht. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 311 S.

Im Jahre 1943 war der Oberleutnant aus Wien noch ein Deutscher. So wie sich seine Nationalität inzwischen gewandelt hat, wird sich auch sein Seelenzustand geändert haben. Denn er ist einer von denen, die davongekommen sind. Der Österreicher Fritz Habeck hat seinem Helden die Auferstehung aus den Strudeln des Krieges wahrlich nicht leicht werden lassen. Er drückt ihn rücksichtslos, ganz unheroisch, banal und manchmal absichtlich am Rande des Kitsches in den aufgewühlten Grund, auf dem wir damals alle irgendwie gestanden haben. Sein Roman "Das Boot kommt nach Mitternacht"ist eine Reminiszenzan desolate Zustände, ein Noch-einmal-Vorzeigen seelischer Wetterlagen, von denen die krampfhaft wieder aufgezäumte Bürgerlichkeit längst nichts mehr wissen will.