Später – dafür aber vernichtender – als die meisten anderen deutschen Städte hat Dresden die Schrecken des letzten Krieges zu spüren bekommen. Als man sich auch hier zur Vorsorge für den Schutz bedeutender Kulturgüter veranlaßt sah, wurden die Kunstschätze der Galerie, des Kupferstichkabinetts, des Grünen Gewölbes und der Staatlichen Porzellansammlung ausgelagert. Ihr neuer Aufenthalt wurde geheimgehalten, und nur wenige Eingeweihte kannten ihn. Die finsteren Gewölbe der Festung Königstein waren dazu ausersehen, die Meisterwerke der Galerie (darunter die Sixtinische Madonna) aufzunehmen. Wissenschaftler und Techniker hatten der Gefährdung der Bilder durch Schmutz, Feuchtigkeit und andere schädliche Einwirkungen vorgebeugt. Eine besondere Klimaanlage sorgte für gleichbleibende Temperatur. Dies geschah noch zu einer Zeit, als man in Deutschland überzeugt war, den Krieg außerhalb der Reichsgrenzen beenden zu können.