Im Théâtre Antoine sind die Vorstellungen von Jean-Paul Sartres "Der Teufel und der liebe Gott" bis Februar 1952 im voraus ausverkauft. Ein starkes Kontingent von Besuchern stellt der Klerus. Das Stück sei atheistisch, sagt der Autor selbst. Aber er stellt in ihm die Gottesfrage so radikal wie sonst heute nur noch Claudel. Dieser ist ein (geduldeter) Ketzer im Schoß der Kirche. Sartre ist ein Ketzer außerhalb der Kirche. Er hat den Glauben nicht, aber er zeigt, was Glaube sein kann. Er reklamiert nicht die Gnade für sich, aber er ist (seit dem Tode Gides) der Frömmste aller Ungläubigen, ein luziferischer Geist, der in die Herden fährt und jeden herausfordert, sich zu bekennen.