Alle im Außenhandel gegenwärtig erwogenen oder bereits durchgeführten Maßnahmen laufen, trotz der Aufhebung der generellen Genehmigungspflicht beim Export, auf eine Verschärfung der Außenhandelskontrollen hinaus. Gemeint ist das neue Ausfuhrverfahren, das institutionell den Zoll neu einschaltet, faktisch durch Ausbau der Devisenerlöskontrolle eine weitergehende Devisenvorschau und eine durchgreifendere Kontrolle genehmigungspflichtiger Exporte ermöglicht und formal gewisse Vereinfachungen bringen soll. Ebenso die Änderungen im Einfuhrverfahren, die ja auch darauf abzielen, Unterlagen für die Devisenvorschau zu schaffen und darüber hinaus die Symptome der Kontingentierung zu dämpfen bestimmt sind, so durch die Einführung einer neuen Abgabe an Stelle des Bardepots. Zu begrüßen ist es allerdings, daß Behörden, Verbände und Bank deutscher Länder bemüht sind, nicht nur die neuen Verfahrensregeln möglichst einfach zu gestalten, sondern sie auch in recht klare und allgemeinverständliche Formen zu gießen. So hat die Neuregelung, des Ausfuhrverfahrens, die Dutzende von Anweisungen, Verordnungen und Rundschreiben in einem Runderlaß von etwa 15 Schreibmaschinenseiten zusammengefaßt. Auch für die Einfuhr wird die Vielzahl der Gesetzesquellen beseitigt werden. Aber sachlich ändert sich in ihnen wenig: ein Zeichen dafür, daß die Schwierigkeiten, die beim Import aufgetreten sind, tiefer liegen als nur in der formalen Fassung; diese verdient allerdings auch Kritik. Die Sprache der JEIA-Anweisungen hatunnötigerweise ein neuesVokabular des Außenhandels geschaffen, dessen Ursprung eigentlich dunkel ist. In der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur der angelsächsischen Länder liegt er jedenfalls nicht; wohl am ehesten läßt sich die Sprache der JEIA-Anweisungen als übersetztes Besatzungsverwaltungs-Englisch bezeichnen, das, dann durch Popularisierungsversuche der Presse vielleicht etwas verständlicher, aber nicht schöner wurde.