Von unserem Korrespondenten

R. S. Bonn, Anfang November

Zur gleichen Zeit, da die Sowjets auf der einen Seite verbreiten lassen, sie wären in einem interalliierten Gespräch über Deutschland zu großen Zugeständnissen bereit, legen sie auf der anderen Seite schweres politisches Störfeuer auf Westberlin. Der Warenverkehr von dort nach Westdeutschland, aber auch in umgekehrter Richtung, wird durch sich ständig steigernde Schikanen gedrosselt. Gelegenheit dazu gibt vor allem die zwar rechtlich zulässige, aber in der Praxis nur noch zur Behinderung des Warenverkehrs mißbrauchte Abstempelung der Warenbegleitscheine für die sogenannten Vorbehaltguter. Widerrechtlich verlangen die Sowjets Ursprungszeugnisse für Rohstoffe und Halbfabrikate. Schikanen am laufenden Band: Beeinträchtigung des Post-Paketverkehrs und willkürliche Beschlagnahme von Waren an der Grenze.