So mühevoll die Wahlmänner über die Kandidaten für die Richterposten des Bundesverfassungsgerichts verhandelten – über den zum Präsidenten vorgeschlagenen Höpker-Aschoff waren sie sich schnell einig. Auch die Opposition stimmte seiner Wahl zu. Nur die Hyper-Föderalisten konnten sich lange nicht bequemen, einem "Zentralisten", der dazu noch Protestant und "Preuße" ist, ihr "Ja" zu geben. Hätte Höpker-Aschoff nicht zuletzt noch jene Rede im Bundestag gehalten, in der er die Vorteile einer Bundesfinanzverwaltung auseinandersetzte, dann hätte er vielleicht dies föderalistische Mißtrauen zum Schweigen gebracht. Aber um die psychologischen Auswirkungen seiner Worte hat sich Höpker-Aschoff nie gekümmert, wenn es ihm auf grundsätzliche Klärung ankam. Ihm war die Sache wichtiger als der Effekt. Er spricht ohne Pathos, ohne rhetorische Eitelkeit und ist doch ob der entschleiernden Logik seiner Rede gefürchtet, auch in seiner eigenen Fraktion. So hat er beim Streit der Meinungen in der FDP-Fraktion eine korrigierende Funktion ausgeübt, die wohl mit gleicher Autorität kein anderer übernehmen kann. Deshalb sahen ihn viele seiner Fraktionskollegen nur ungern aus Bonn scheiden.