Von Walther Schneider

Friedells großartiges Kulturgeschichtswerk erwuchs aus einer sehr besonderen, unnachahmbaren Lebensführung, von der hier der Verwalter des Friedellschen Nachlasses erzählt. Walther Schneider hat soeben einen Band unveröffentlichter heiterer Essays unter dem Titel "Ist die Erde bewohnt?" zusammengestellt.

Ein großer Schreibtisch in der Mitte des Zimmers, auf dem jeder Gegenstand in peinlicher Übersicht seinen angewiesenen Platz hatte. Zwei oder drei aufgeschlagene Bücher, in die mit zierlicher kleiner Schrift Marginalien eingetragen waren. Neben diesem Schreibtisch auf dem Sofa, das an die Kopfseite des Tisches gerückt war, lag sehr behaglich- ein großer, beleibter Herr mit Hornbrille, Seidenschlafrock, langer Studentenpfeife, ein Manuskriptblatt in der Hand und zu seinen Füßen ein der Rasse nach schwer definierbarer Hund. So arbeitete Egon Friedell.