Paul Ortwin Rave: Gärten der Barockzeit (K. F. Köhler-Verlag, Stuttgart, 280 S., 10 Tafeln, Leinen 7,80 DM).

Mit dem Siegeszug des Landschaftsgartens seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ist der gezirkelte Stil der barocken Schloßgärten verdrängt worden. Nur wenige solche Anlagen sind bis heute erhalten geblieben, und kaum eine davon in ihrer ursprünglichen, ebenso strengen wie reichen Gestalt. Das meiste von dem, was Paul Ortwin Rave in seinem Buch über diese Gärten der Zeit um 1700 beschreibt, ist nur noch auf zeitgenössischen Stichen zu sehen. Anders als in seinem bekannten Werke über "die Gärten der Goethezeit" zieht Rave daher hier die Beschreibungen aus alten Prachtwerken heran und läßt durch lebendige Mischung von barocken Niederschriften (am hinreißendsten die von Pöppelmann selbst über den Dresdner Zwinger) und eigener Erzählung über Absichten und Werden dieser präziösen Kunstwerke ein ungemein anschauliches Bild der höfischen Kultur entstehen: in Heidelberg, Prag, Kleve, Herrenhausen, Dresden, Wien, Nymphenburg, Mainz, Rheinsberg und Wilhelmshöhe.