In Amerikas Innenpolitik liegt der Schlüssel zur Weltpolitik. Es scheint darum an der Zeit, eine Bilanz dieser Politik, zu ziehen. Ist es möglich, daß sich in Amerika so etwas wie, eine "kalte Revolution vollzieht?

Am 2. November 1948 hatte Harry S. Truman und seine Demokratische Partei einen totalen Sieg errungen. Er war Präsident; die Partei beherrschte den Kongreß. Der Weg für eine Fortsetzung des New Deal seines Vorgängers durch den eigenen Fair Deal schien frei. Zwei Faktoren jedoch mußten von Anfang an nachdenklich stimmen: Von den 95 Millionen Wahlberechtigten waren nur 46,8 Millionen zur Urne gegangen, von denen sich wiederum nur 23,3 Millionen und also nicht einmal ein Viertel aller Wahlberechtigten für Truman entschieden hatten. Und nicht nur das. Ein Riß durchlief das Gefüge der Demokratischen Partei. Die Gegnerschaft der Demokraten der Südstaaten (Dixiecraten) gegen Truman war so stark geworden, daß sie nicht nur während der Wahl einen eigenen, wenn auch aussichtslosen Kandidaten aufgestellt hatten, sondern auch in dem neugewählten 81. Kongreß mit einer ins Gewicht fallenden Zahl von Senatoren und Abgeordneten wiederholt zusammen mit anderen abtrünnigen Demokraten und mit den Republikanern gegen die Mehrheit der Demokratischen Partei stimmten. So konnte Truman in der ersten Sitzungsperiode des Kongresses tatsächlich nicht annähernd erreichen, was er wollte.