Gw., London, Mitte November

Die Ankündigung der nächsten britischen Krise dürfte nun nicht mehr lange auf sich warten lassen. Bevan und Attlee haben, jeder in seiner Art, die ersten Schwalben fliegen lassen. Aneurin Bevan, aus Kindheitserinnerungen in einer Bergarbeiterfamilie heraus der radikalste Verfechter verstaatlichter Industrien, hat ein neues Argument für die Sozialisierung der britischen Stahlindustrie gefunden: Nur mit Hilfe einer verstaatlichten Stahlindustrie, so erklärte er, könne die Labour-Regierung genügend Kontrolle ausüben, am den gegenwärtigen "Kampf ums Überleben" zu gewinnen. Er klammerte sich an die alte Behauptung, daß privater Besitz auf niedrige Produktion zu hohen Preisen abziele – und das in einer Zeit, in der die private britische Stahlindustrie fast jeden Monat neue Rekorde aufstellt und das Planungsziel für 1949 von etwa 15 1/2 Mill. t bequem erreichen dürfte, während der staatliche britische Kohlenbergbau seine Arbeiter nicht halten, die Feierschichten nicht einschränken und die Preise nicht senken kann.