Düsseldorf, im November Das Düsseldorfer „Kom(m)ödchen“, das seinen in Westdeutschland unbestrittenen Ruf als die führende deutsche Kleinkunstbühne auch in Hamburg und München bestätigte, wird im Dezember mit einem Gastspiel das deutsche Kabarett in der Schweiz repräsentieren. Gleichsam als Gegengabe dieser Einladung und wohl auch zur Einstimmung haben zwei Mitglieder des Züricher Cabaret föderal Regie und Ausstattung des neuen Kom(m)mödchen-Programms in Düsseldorf übernommen: Max Werner Lenz und Fritz Butz. Die Formklarheit des Regisseurs, sein Feinschliff von Wort, Geste und Pointe und die mit diskreten Farbtönen und beziehungsreichen Bildeinfallen arbeitende Ausstattung waren eine glückliche Ergänzung für die eigenen Bestrebungen des Kom(m)ödchens. Seine wohldosierte Mischung des Programms aus Politik mit kritischer Hiebfreude nach allen Seiten und gegen alle Mißstände, aus Literatur und Themen reiner Menschlichkeit hat eine fast fugenlose neue Szenenfolge ergeben, in der man einige Glanzstücke kabarettistischer Kunst bewundern kann. Eine Thomas-Mann-Parodie von M. W. Lenz (ausgezeichnet gespielt von Werner Vielhaber) ist eine hinreißende Satire der stilistischen Übertriebenheit und persönlichen Eitelkeit Manns, ohne daß seine Bedeutung und Eigenart wie das bekannte Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird. Goethes „Faust“, vom gleichen Autor und Werner Wollenberger für „Das Beste