Niemand hatte erwartet, daß der erste Sozialisierungsantrag im neuen Bundestag von der CDU gestellt werden würde. Der Mitte Oktober eingebrachte Antrag verlangt, es solle die Mehrheit aller Kohleaktien enteignet und die leitenden Organe der Bergwerksgesellschaften zu drei Vierteln mit Vertretern der öffentlichen Hand besetzt werden. Abgesehen von der Tatsache, daß, wenn die CDU den Kohleaktionären den Krieg erklärt, die SPD nach dem unerbittlichen Gesetz der Parteistrategie gezwungen ist, noch radikaler zu werden und dadurch eine unerfreuliche Dynamik erzeugt wird, sollte man sich lieber einmal grundsätzlich fragen, wie die unbedingt erforderliche Neuordnung der Kohlenwirtschaftsgesetze eigentlich aussehen müßte, um den heutigen Erfordernissen Rechnung zu tragen.