Von Werner Haftmann

München, im November

Kürzlich konnte ich meinem Freunde, einem liebenswürdigen Sammler alter, schöner Keramik, die Nachricht bringen, daß das weltberühmte Fayence-Museum im italienischen Faenza wiedereröffnet worden sei und daß Schenkungen aus aller Welt die schweren Kriegsverluste dieses Museums wettgemacht hätten. Er war ganz glücklich darüber, aber er hatte ein verlegenes Lächeln: er fühlte sich so altmodisch. Wir sahen dann gemeinsam im Bayrischen Nationalmuseum eine erlesene Sammlung deutscher Fayencen aus der großen Zeit der deutschen Fayencekultur, die vom Ende des 17. Jahrhunderts bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts reicht. Dort hielt er mir ein Privatissimum über die deutsche Fayence: